Historie

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte sich im Dinklager Raum immer stärker ein Bedürfnis nach einer weiteren Mühle bemerkbar. Es gab nur die gräfliche Wassermühle bei der Burg und die Holthausmühle für Höne und Bahlen, die in Betrieb waren. Die Bauern mussten oft lange warten, bis ihr Getreide in der Mühle gemahlen werden konnte.


Die Schweger Mühle im Alter von etwa 50 Jahren

Daher entschloss sich 1848 Bauer Franz Heinrich große Böckmann, in der Wiek bei Dinklage eine neue Windmühle zu bauen. Er besaß einen Hof nahe der Burg (heute noch heißt der kleine Wald am Burgwaldeingang „Bäukens Busk").

Auf diesem Grundstück erlaubte der Graf aber keinen Mühlenneubau. Dafür waren zwei Gründe entscheidend: Erstens die große Nähe zur gräflichen Wassermühle und zweitens waren die Windverhältnisse unmittelbar am Wald sicher nicht die günstigsten zum Betrieb einer Windmühle.

Franz große Böckmann tat sich daher mit Bauer Clemens August Schulte-Ostendorf in Schwege zusammen; gemeinsam errichteten sie die Windmühle in Schwege (Ostendorf) auf dem Grundstück von Schulte neben seinen Heuerhäusern, wo gute Windverhältnisse erwartet wurden und sie für die Kundschaft günstig stand. Da die Bauern an einer baldigen Fertigstellung und Inbetriebnahme der Mühle interessiert waren, leisteten sie Gespannhilfe bei der Heranschaffung des Baumaterials.
Nach der Errichtung wurde die Mühle von den Söhnen Böckmanns verwaltet.
Dadurch erhielt sie im Volksmund den Namen "Bäuken´s Möhlen".

 Die Erbauer der Mühle

Böckmann und Schulte


1878 übernahm Bernd Wehebrink die einträgliche Mühle, zunächst als Verwalter, später als Pächter. Sein Kundenstamm reichte von Dinklage bis nach Badbergen.
Er erlebte den Übergang von der Windkraft auf die Dampfmaschine. Schon bald nach dem ersten Weltkrieg wurde der gewerbliche Windmühlenbetrieb eingestellt. Lediglich ein Mahlgang wurde für die Feinmehlherstellung in Betrieb gehalten.
Ab 1922 standen alle Mahlgänge in Schweger Mühle still.
Der Mahlbetrieb wurde in einem Nebengebäude mit zeitgemäßem Motorenantrieb und später in Dinklage von der Familie Wehebrink weitergeführt.


Die Mühle heute

  • Die Schweger Mühle sowie die umliegenden Gebäude präsentieren sich Ihnen in einer landschaftlich reizvollen Umgebung.

  • In Verbindung mit den Aktivitäten des Heimatvereins „Herrlichkeit Dinklage“ und verschiedener kulturellen Veranstaltungen bieten sich Ihnen vielfältige Erlebnisse:

  • Besichtigung der Holländer Galeriewindmühle, der einzigen komplett erhaltenen Windmühle im Kreis Vechta.

  • Im Inneren der Mühle wunderbar nachvollziehbar ist die unveränderte klassische, niemals modernisierte Mühleneinrichtung.

  • Nach 85 Jahren Stillstand ist das Mahlen des Korns wieder mit Windkraft möglich.

  • Jährlich am ersten Sonntag im August findet das traditionelle Mühlenfest statt, dann wird im alten Backhaus neben der Mühle wieder das traditionelle Schwarzbrot gebacken. Das Mühlenfest ist jeweils auch der Abschluss der internationalen Wanderung „Rund um Dinklage“.

  • Wenn vom Freundeskreis „Schweger Mühle“ am Sonntag die Mühlenkappe in den Wind gedreht wird, die Flügel bespannt werden und der Wind genug Kraft hat, die Mühlenflügel in Bewegung zu setzen, ist dies für Besucher ein faszinierendes Schauspiel.

  • Ganz in der Nähe der Schweger Mühle finden Sie das Cafe „Bussjans Hof“ mit der Ausstellung "Landleben" , sowie ein reizvolles Fachwerk-Ensemble, dessen Gebäude sich in den unterschiedlichen Formen dörflicher Bauten präsentieren; ein ideales Ziel für einen „kurzen Fußmarsch zwischendurch“.